Impressionen aus Sofia, Bulgarien

Wer mir auf Instagram oder Twitter folgt (@idiminberlin) der weiß schon längst dass wir Ende März ein paar schöne Tage in Sofia verbracht haben.  Sofia ist unter Städtereisenden immer noch nicht richtig bekannt, also irgendwie ein Geheimtipp. Sollen doch alle ins überfüllte London oder Venedig reisen, wir haben uns zum Ziel gesetzt nicht die ausgetretenen Pfade der Touristenhorden abzulatschen sondern neue Ziele zu entdecken – wobei Venedig will ich doch irgendwann auch mal besuchen;-). Aber Sofia kann ich euch nur ans Herz legen, die Stadt hat neben gutem Wetter (für Ende März), lukulischen Genüssen, schöne Häuserfassaden und eindrucksvollen Kirchen einen sehr großen (2290m) Vorteil gegenüber jeder anderen Stadt in Europa . . . . .

Sofia ist die politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum von Bulgarien und eine der ältesten Siedlungen Europas. Ca. 1,2Mio Einwohner hat Sofia und somit lebt jeder 6te Bulgare in der Hauptstadt. Neue, archologische Funde deuten darauf hin dass das Gebiet von Sofia seit 8000 Jahren besiedelt wird, viele ausgegrabene Zeitzeugen kann man in der Stadt entdecken. Wie z.B. die Sweta Petka aus dem antiken Serdica im heutigen Zentrum Sofias, inmitten der U-Bahn-Station Serdica.

Von unserem Hotel aus war es nicht weit bin ins Ortszentrum, Sofia ist gut zu Fuß zu erkunden, alles liegt in Reichweite zueinander. Der Vitosha-Boulevard ist das eine breite Fußgängerzone in der man die meisten Touristen trifft. Hier reihen sich Boutiquen, Cafes und Restaurants aneinander. Das imposante am Boulevard ist, von dem er auch sein Name hat, ist der Anblick der sich im Hintergrund bietet. Denn Sofia ist die einzige Hauptstadt in Europa die einen eigenen Hausberg hat – der Vitosha mit einer Höhe von 2290m. Ein wunderbaren Ausblick hat man auf diesen Berg von diesem Boulevard. Aber natürlich auch von anderen Stellen in der Stadt. Zu dem Berg komm ich später nochmal zurück.

Sofia ist für uns eine sehr günstige Stadt, kaum verwunderlich wenn man bedenkt dass Bulgarien das ärmste Land der EU ist. Aber fürchten müsst ihr euch nicht deswegen:-) Ich empfand Sofia als eine sehr sichere Stadt mit sehr liebenswerten Menschen die einem gerne helfen, auch wenn sie kein Wort Englisch reden:-) Man kommt trotzdem sehr gut zurecht, wenn es sein muss auch mit Handzeichen. Wer aber über den Vitosha-Boulevard schlendert und sich da die Preise in den Schaufenstern anschaut der kann schon mal mit den Ohren schlackern. DAS sind gepfefferte Preise. Man findet auch in Sofia viele Luxus-Boutiquen und Premiumlabels sie wir in Deutschland auch haben. Das kommt daher dass viele reiche Bulgaren, Russen und Wohlhabende aus anderen osteuropäischen Ländern in Sofia Urlaub machen. Aber man muss nur in eine Nebenstraße des Boulevards einbiegen und man hat wieder mehr „authentische“ Läden, Cafes und Boutiquen.

Vor allem die Ulitsa „Tsar Shishman“ ist eine alternative, hippe und angesagte Straße die zum bummeln einlädt (Ulitsa ist bulgarisch für Straße:-)). Mit ihren Grafiitis und Street-Art erinnert sie an Straßen in Berlin-Kreuzberg. Hier gibt es klasse Restaurants, Imbisse, Läden wie den Elephant Bookstore (ul. „Tsar Shishman“ 31) oder die Suppenküche Sopa Star (ul. „Tsar Shishman“ 8). Beides kann ich euch nur empfehlen.

Wer eine kleine Auszeit braucht und es schönes Wetter ist dann kann ich euch nur den Stadtpark vor dem Nationaltheater Iwan Wasow empfehlen. Hier kann man den bulgarischen Straßenmusikern lauschen, die echt gut sind, und einigen Menschen bei ihren öffentlichen tanzstunden zuschauen. Hier treffen sich alle Einheimischen, der Park liegt zentral und man hat einen tollen Blick auf das schöne Nationaltheater.

Es gibt in den Nebenstraßen viele Motive für Hobbyfotografen wie mich. Wenn ihr auch Spaß am Fotografieren habt dann kan ich euch nur empfehlen einfach mal loszulaufen und die Augen offen zu halten. Neben der bereits erwähnten Streetart gibt es auch viele typische, bulgarische Hinterhöfe oder Häuser kurz vor dem Verfall die definitiv ein Bild wert sind:-)

Und es gibt noch so viele Kirchen, Gebäude und Denkmäler zu sehen in Sofia. Zum Beispiel der Römischer Thermenbau, heute Georgs-Kirche. zu finden im Hinterhof des Hotels Sofia Balkan, Eingang an der Ul. „Saborna“.

Am Justizgebäude startet jeden Tag die Free Sofia Tour. Einmal um 11 Uhr und um 18 Uhr kann man sich einfach zu der Englischsprachigen Tour dazustellen, keine Reservierung erforderlich. Die Tour an sich ist kostenlos aber man gibt dem Guide nach der Tour ein Trinkgeld.

Das Wahrzeichen der Stadt ist die Alexander-Newski-Kathedrale am pl. „Sveti Aleksandar Nevski“. Ein sehr imposantes Gebäude, unbedingt reingehen.

Kommen wir jetzt zu einem Highlight unserer Reise: der Berg Vitosha. In einigen Blogs hatte ich vorab gelesen dass man den Bus 66 auf den Berg nehmen soll. Tipp von mir die da war: macht das nicht! Wenn ihr in einem Bus voller abgerockter Hipster mitfahren wollt, gut das ist eure Sache. Aber ich sag euch jetzt mal wie man besser auf den Berg kommt: aus dem Stadtzentrum raus nehmt ihr die blaue U-bahnlinie 2 zur Endhaltestelle „Vitosha“. Dann folgt ihr den Beschilderungen zur Bushaltestation. Da nehmt ihr den Bus 122 auch wieder bis zur Endhaltestelle, Fahrtkosten waren jeweils 1,60 Leva pro Person. Die ist an der Seilbahn die direkt in die Nähe des Gipfels führt und auch zu den Skipisten. Für die Seilbahn zahlt ihr pro Person hin und zurück 8 Leva. Das ist richtig günstig und ihr habt nach einer 30minütigen Fahrt den besten Ausblick über das Gebiet und das Gebirge. Wenn ihr ausgestiegen seid, an der obersten Station, dann lauft einfach Richtung Gipfel. Das dauert je nach Wetterlage nochmal 30 Minuten. Wir hatten Glück, Ende März liegt noch viel Schnee aber die Sonne knallte auf uns runter so dass wir im T-Shirt zum Gipfel gelaufen sind. Sonnenbrille nicht vergessen! Oben angekommen haben wir uns auf ein paar einsame Steine gesetzt und die Aussicht genossen. Sofia ist von hier oben sehr weit weg, Fotos machen lohnt sich nicht, ohne Zoom. Wenn ihr lieber auf die Höhenluft verzichtet und nur ein paar Fotos von Sofia von oben machen wollt dann fahrt mit dem Bus 66.

Auf dem letzten Foto sehr ihr wie ich Fotos von einem meiner Lieblingsobjekte mache: Steine mit Flechten und Moosen. Die Fotos seht ihr auf Instagram. Auch meine anderen Bilder die ich in Sofia gemacht habe werden ab jetzt in regelmäßigen Abständen auf Instagram  (@idiminberlin) veröffentlicht. Wo wir zum Essen und trinken waren und Tipps dazu gibt es auf meinem Twitter-Account, das würde hier den Rahmen sprengen.

Aber hier noch weitere Tipps für Sofia:

Ankunft am Flughafen und wie man in die Stadt kommt: die günstigste variante ist den Bus zu nehmen, der fährt im Abstand von 20 Minuten am Terminal 2 ab. Bustickets kosten umgerechnet ungefähr 1€. Inzwischen gibt es auch eine Metrostation der Linie 1 mit der ihr zentral in die Stadt kommt (Serdika ist die Station in der Innenstadt und die Station zum Umsteigen).

Wir haben die Variante Taxi genommen denn Taxifahren in Sofia ist sehr günstig. Für die Fahrt zum Hotel haben wir 15 Leva gezahlt. Bei den Taxis muss man allerdings aufpassen, geratet ja nicht an ein privates Taxi das euch am Ende der Fahrt mit astronomisch,überteuerten Preisen überrascht. Fragt an der Rezeption eures Hotels nach dem Taxiunternehmen OK Supertrans oder Yellow, die sind offiziell und sehr günstig und zuverlässig.

Die Währung in Bulgarien ist der Lev oder Leva (Plural). Die Umrechnung ist circa. 2 Leva zu 1 Euro. Tauscht, wenn geht, das Geld erst in Sofia, hier gibt es Wechselstuben die keine Provision oder Gebühren verlangen wie es die Reisebank in Deutschland z.B. macht. Eine in der wir waren ist an der Ul. „Graf Ignatiev“ neben dem Lime was sehr gute Kuchen serviert. Kann man also kombinieren:-)

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7 Gedanken zu „Impressionen aus Sofia, Bulgarien

  1. Heike sagt:

    Wow, das hört sich ja echt gut an! Diese Stadt hatte ich bisher auch noch nicht als Reiseziel auf dem Schirm, danke für deinen Tip:)

  2. Simone sagt:

    Hört sich echt interessant an und tolle Bilder hast du da gemacht:) ich folge dir auf Instagram und habe deine Sofia Bilder schon länger gemerkt. Bulgarien ist ja eher für seine Küste bekannt aber eine Städtereise nach Sofia ist mal eine Alternative:)

  3. Andrea Karminrot sagt:

    Sofia hatte ich noch gar nicht auf dem Plan. Unsere Städtereisetruppe war da auch noch nicht. Und nun hast du mich fast überzeugt. Ich werde es den anderen mal vorschlagen.
    Schöne Bilder hast du uns gezeigt.
    Liebe Grüße
    Andrea

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